Die Haut der Augenpartie altert unbehandelt anders, schneller. Sie weist anatomisch und dermatologisch signifikante Unterschiede zu anderen Gesichtsregionen auf. Diese Unterschiede haben direkte Auswirkungen auf das Alterungsverhalten dieser Zone, was klinisch durch frühes Auftreten von Falten, Elastizitätsverlust und Volumenabbau sichtbar wird. Die Alterungsprozesse um die Augen werden von innen durch Genetik und Hormonstatus und von außen durch UV Exposition und Umweltfaktoren beeinflusst.
Die Haut um die Augen ist im Durchschnitt nur etwa 0,33 mm dick und 6x feiner als an der Wange mit ca. 2 mm. Der Grund ist eine dünnere äußere Hautschicht (Epidermis) und eine fast fehlende Fettschicht unter der Haut, der Subkutis, was die Haut besonders empfindlich gegenüber äußeren Reizen macht.
Die Haut um die Augen enthält weniger Talg und Schweißdrüsen. Dadurch ist die Haut schlechter hydriert und trocknet leichter aus, was die Faltenbildung weiter begünstigt.
Die UV-Strahlung führt zur Bildung freier Sauerstoff-Radikale, was in der Region um die Augen besonders wirksam ist. Der oxidative Stress und die damit verbundenen Entzündungsprozesse führen über die Faktoren Interleukin-6 und TNF-α zum schnelleren Abbau der extrazellulären Matrix.
Die extrazelluläre Matrix (ECM) ist das wichtige Stütz- und Netzwerkgerüst um die Hautzellen herum. Sie wird von den Bindegewebszellen (Fibroblasten) hergestellt und bestimmt die Struktur und Funktion unseres Hautgewebes um die Augen. Sie besteht aus Kollagenfasern (geben Festigkeit), Elastin (sorgt für Elastizität), Hyaluronsäure (bindet Feuchtigkeit), Proteoglykanen und Glykoproteinen (vermitteln zwischen Zellen und Fasern). Die ECM bildet also das “Fundament” in der mittleren Hautschicht, aus dem die Haut um die Augen hauptsächlich besteht. Sie sorgt dafür, dass die Haut elastisch, prall und widerstandsfähig bleibt. Beginnend im jungen Erwachsenenalter wird die ECM abgebaut oder geschädigt, was schon früh zu Falten, Elastizitätsverlust und Trockenheit führen kann. Zudem schrumpfen das darunterliegende subkutane Fett und die knöcherne Struktur über die Zeit, was zu „Tränensäcken“, Schattenbildung und eingefallener Augenpartie führen kann.
Über die Zeit geraten die Fibroblasten, die wichtigen Bindegewebszellen der Haut, durch Schäden wie DNA-Veränderungen, verkürzte Chromosomen-Enden (Telomere) oder freie Sauerstoffradikale, die Zellen übrigens auch selbst produzieren, in einen Zustand der Zellalterung (Seneszenz). Diese in der Wissenschaft umgangssprachlich auch Zell-Zombies genannten Zellen teilen sich nicht mehr, erneuern sich also nicht mehr, aber sie bleiben aktiv und sondern entzündungsfördernde Botenstoffe ab.
Neueste Zellforschung zeigt, dass dieses sogenannte SASP (senescence-associated secretory phenotype) negativ wirkt auf umliegende Zellen. Das Zusammenspiel mit Fettstammzellen an der Haut führt zu chronischer Entzündung, Kollagenabbau und einer beschleunigten Hautalterung, besonders sichtbar in der dünnen und empfindlichen periorbitalen Haut der Augenpartie. In diese gestörte Zellkommunikation gilt es einzugreifen und die Alterung aufzuhalten.
Die periorbitale Augenregion unterscheidet sich durch dünnere Haut, geringere Fettreserven und weniger Talgdrüsen. Daher ist sie besonders anfällig für frühe und sichtbare Alterungsprozesse. Wirkstoffe für die periorbitale Augenpartie müssen daher für die anatomisch-dermatologischen Besonderheiten dieser Region ganz spezifisch formuliert und dosiert werden. Zudem braucht man eine Grundlage, die nicht in die Augen kriecht. Die lipidreiche Formel mit schnell einziehenden Trägern hilft, die empfindliche Haut nicht zu überpflegen oder zu reizen.